24. Februar 2010 | Tiroler Bauernbund
Listerien: Sicherheit mit Tiroler Qualität
Bauernbunddirektor Peter Raggl ärgert sich über mangelnde Kennzeichnungspflicht bei Lebensmitteln

 
Im Fall des steirischen Käses, der mit Listerien befallen und somit gesundheitsschädlich ist, zeigen sich die Schwächen der Europäischen Lebensmittelkennzeichnung. Der Sauermilchkäse wurde zwar in Österreich produziert, die Milch stammte aber aus Holland und verkauft wurde der Quargel in Deutschland – unter dem Namen „Hartberger Bauernquargel“.
 
„Wer sichere Lebensmittel konsumieren will, soll auf das AMA-Gütesiegel oder auf die Marke „Qualität Tirol“ achten oder noch besser direkt beim Tiroler Bauern einkaufen“, ist Bauernbunddirektor Peter Raggl überzeugt. Der Listerien-Fall zeige einmal mehr, dass Bezeichnungen und Herkunft vom Konsumenten oft vermengt und missverstanden werden. Das EU-Recht ist in diesem Zusammenhang kompliziert. „Bei Lebensmitteln darf Österreich als Herkunftsland ausgelobt werden, wenn ein Teil der Wertschöpfung im Inland erfolgt“, erklärt Raggl und verweist darauf: „Das hat dann aber nichts mit der Herkunft des Rohstoffes zu tun.“ Sicher kann ein Konsument nur bei tatsächlich anerkannten Gütesiegeln sein. „Damit ist das AMA-Gütesiegel oder das Qualität-Tirol-Zeichen gemeint. Bei ersterem muss der wertbestimmte Rohstoff Milch zu 100 Prozent aus Österreich stammen. Wer auf Qualität Tirol setzt, kann dies auf unser Land umlegen“, so Raggl. Wichtig sei dabei auch, dass alle Schritte der Verarbeitung ebenfalls in Österreich bzw. in Tirol stattfinden müssen. Der Direktor des Tiroler Bauernbundes fordert daher einmal mehr eine verbesserte Lebensmittelkennzeichnung. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. „Ich will als Konsument klar ersichtliche Informationen am Produkt. Woher kommt das Lebensmittel? Aus welchem Land stammt der Rohstoff? Welche Inhaltsstoffe finden sich darin?“, meint Peter Raggl. Die Produkt-Auslobung sollte daher EU-weit verbessert werden. „Aber auch in Österreich soll gehandelt werden. Ich bin überzeugt, dass es im Sinne der Verarbeitungsbetriebe ist, eine bessere Kennzeichnung zu forcieren.“ Raggl denkt dabei an eine klare Herkunftskennzeichung bei allen Lebensmitteln schon ab der ersten Verarbeitungsstufe. „Am Anfang wäre sofort und unkompliziert eine freiwillige Deklaration am Produkt umsetzbar. Eine gesetzliche Regelung sollte aber unbedingt folgen. Schummelprodukte dürfen bei uns keine Chance haben“, meint Peter Raggl. Die erste, einfachste und sicherste Maßnahme beim täglichen Einkauf ist aber der Griff zum gekennzeichneten Lebensmittel. „Wer sich sicher ernähren will, greift zum Lebensmittel mit dem AMA-Gütsiegel oder noch besser mit dem Qualität-Tirol-Logo. Neben der Sicherheit gibt es noch höchste Qualität dazu. Am Besten ist es natürlich, direkt beim Bauern einzukaufen“, rät Peter Raggl abschließend allen Konsumentinnen und Konsumenten.

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