Unsere Ziele

  • Aufrechterhaltung der flächendeckenden Bewirtschaftung des Landes.
  • Sicherung leistungsgerechter Einkommen durch eine offensive Preispolitik und den Ausbau von Forschung und Entwicklung.
  • Festigung der land- und forstwirtschaftlichen Produktion im Berggebiet durch geeignete markt- und agrarpolitische Maßnahmen.
  • Stärkung der Arbeitsplätze am Bauernhof durch neue Produkte, neue Dienstleistungen und neue Erwerbskombinationen.
  • Sicherung und Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen für die Bewohner des ländlichen Raumes.
  • Schutz des Grundeigentums und Sicherung der Lebens- und Produktionsgrundlagen Boden, Wasser, Luft und Wald.
  • Erreichung zeitgemäßer Sozialstandards für die bäuerlichen Familien.
  • Durchsetzung moderner Aus- und Weiterbildungsangebote im ländlichen Raum.
  • Ideelle und materielle Anerkennung der Leistungen der Familien.
  • Förderung der Zusammenarbeit bäuerlicher Betriebe.

Eine politische Vereinigung

„Der Tiroler Bauernbund ist die politische Vereinigung der Tiroler Bauern, Bäuerinnen, der bäuerlichen Jugend sowie der Menschen im ländlichen Raum. Er fußt auf vereinsrechtlicher Grundlage und sieht seine Aufgabe in der kultur-, wirtschafts-, gesellschafts- und sozialpolitischen Vertretung der bäuerlichen Bevölkerung sowie des gesamten ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraumes.“ So heißt es in den Statuten des Tiroler Bauernbundes. Der Bauernbund ist eine von sechs Teilorganisationen der Österreichischen Volkspartei und mit 18.000 Mitgliedern gleichzeitig eine der stärksten. Derzeit stellt der Tiroler Bauernbund sieben Landtagsabgeordnete. Mit der wöchentlich erscheindenen Bauernzeitung, dem jährlichen Bauernkalender sowie der kostenlosen Rechtsberatung und vielen Veranstaltungen bietet der Bauernbund seinen Mitgliedern ein umfangreiches Service.

In 330 Ortsgruppen (bei 279 Gemeinden) werden die Interessen der örtlichen Landwirtschaft durch die Ortsbauernschaften wahrgenommen. Im Ortsbauernrat sind auch die Bäuerinnen, die Jungbauernschaft/Landjugend sowie die Landarbeiter und die Weichenden vertreten.

Der Zusammenschluss aller Bauern

Von Dr. Hanns Humer

Der 5. Juni 2004 ist in dem Geschichtskalender Tirols als ein besonderer Jubiläumstag fett angestrichen: Hundert Jahre zuvor stimmten nämlich in Sterzing 7000 Bauern dem Beschluss zu, einen Tiroler Bauernbund zu gründen. Er hat seither nicht nur die Geschicke des Bauernstandes, sondern des ganzen Landes wesentlich mitgestaltet. Es war damals höchste Zeit für diesen Zusammenschluss der Bauern, um dem wirtschaftlichen, sozialen und politischen Druck standzuhalten.

Das 19. Jahrhundert war von vielen Umwälzungen geprägt. Man denke nur an die Überraschungen, welche die wirtschaftliche und technische Entwicklung mit sich brachte: Die Konstruktion neuer Maschinen zur industriellen Fertigung, der Bau von Eisenbahnen und von Lokalbahnen hatten zur Folge, dass sich Gewerbebetriebe auch in ehedem entlegenen Gebieten ansiedeln konnten. Die besseren Verkehrsverbindungen führten Gäste ins Land, der Fremdenverkehr begann sich zu entwickeln.

Das schuf neue Arbeitsplätze – vielfach zugunsten ländlicher Gebiete, manchmal aber auch zum Nachteil für den Bauernstand. Er hatte vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts viele Belastungen zu ertragen. Da gab es Überschwemmungen im Verlauf des Inns, der Etsch, des Eisacks, der Rienz und der Drau, die auf Äckern und Wiesen, in Obstanlagen und Weingärten gewaltige Schäden verursachten. Dazu kamen strenge Winter und das Auftauchen von Pflanzenschädlingen, wie Schimmelpilz, Mehltau oder Reblaus, die den Wein- und Obstkulturen arg zusetzten. Getreidebauern und Viehzüchter gerieten unter den Druck billiger Importe aus Übersee und aus Osteuropa, die man beispielsweise aus Ungarn aus Rücksicht auf diese Reichshälfte der Monarchie nicht einbremsen konnte.

Diese Schäden führten zu einer beachtlichen Verschuldung, zumal Saatgut, Kunstdünger, Schädlingsbekämpfungsmittel und die dafür notwendigen Gerätschaften hohe Kosten verursachten. Je mehr Geld die Bauern brauchten, desto stärker stiegen auch die Zinsen für die Darlehen. Dazu kamen Erhöhungen der Staatssteuern – allein zwischen 1880 und 1890 um das Zweieinhalbfache – und Abgaben zur Behebung der Katastrophenschäden.

Bemühungen die Landwirtschaft zu fördern, sind alt, so etwa seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch eine k. k. Landwirtschaftsgesellschaft, deren Mitglieder allerdings größere Gutsbesitzer, aber kaum einfache Bauern waren. Ihre Aufgaben übernahm ab 1884 auf breiterer Grundlage der Landeskulturrat. 1874 wurde die Landwirtschaftliche Schule von San Michele bei Mezzolombardo und 1879 die in Rotholz eröffnet. Es gab etliche Fachvereine und landwirtschaftliche Genossenschaften, aber keine den ganzen Bauernstand umfassende Organisation. 1897 wurde das Grundbuchgesetz beschlossen als Voraussetzung für das neue Höferecht und 1899 kam ein Gesetz über die Landeshypothekenanstalt zustande. Diese Anstalt sollte die Hypotheken auf den Liegenschaften der bäuerlichen Schuldner übernehmen und sie in niedrig verzinste Darlehen umwandeln. Das waren erhebliche Verbesserungen der wirtschaftlichen Grundlage des Bauernstandes.

Sie kamen nicht zufällig zustande, sondern waren auch das Ergebnis politischer Entwicklungen. Vor allem die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts sah heftige politische Auseinandersetzungen zwischen den kirchenfeindlichen, kapitalistischen Liberalen, den Deutschnationalen, den im Aufschwung begriffenen von Karl Marx geprägten Sozialdemokraten und den christlichen Konservativen. Da ging es beispielsweise um die Glaubenseinheit im Lande oder um die Schulaufsicht, die früher von der Kirche, jetzt aber vom Staat wahrgenommen werden sollte. Innerhalb der Konservativen entstanden bald Spannungen zwischen Adel, hohem Klerus und Besitzbürgertum einerseits und der sogenannten schärferen Tonart, die sich den christlichsozialen Ideen nach den Wegweisungen der päpstlichen Sozialenzyklika „Rerum novarum" von Leo XIII. aus dem Jahre 1891 verpflichtet fühlte. Ihre Vorkämpfer waren die Brixner Theologieprofessoren Aemilian Schoepfer und Sigismund Waitz, zu denen bald der Sillianer Bürgermeister Josef Schraffl, der spätere Landeshauptmann, stieß. Die Auseinandersetzungen zwischen Konservativen und Christlichsozialen, die 1898 eine eigene Partei gründeten, waren hart.

Für diese Christlichsozialen war auch die Verbesserung der Lage des Bauernstandes ein zentrales Anliegen. Wobei der Gerechtigkeit halber hinzugefügt werden muss, dass auch bereits vorher in den Reihen der Konservativen namhafte Bauernvertreter wie Klotz aus Inzing, oder Haueis aus Zams, um nur zwei Namen zu nennen, zum Wohle der Bauern tätig waren. Aber es fehlte, wie gesagt, eine machtvolle Bauernvertretung.

Zu diesem Ziele führten, wenn man so will, mehrere Wege. Da wird im Bauernkalender für das Jahr 1906 berichtet, dass bei einer Zusammenkunft in Pinzagen bei Brixen am 20. Dezember 1903, bei der auch die Abgeordneten Schraffl und Dr. von Pretz anwesend waren, der Pfeffersberger Bauer Johann Rabensteiner den in eine Resolution mündenden Vorschlag gemacht habe, einen Bauerntag abzuhalten und einen Bauernbund zu gründen. Dem gegenüber steht aber fest, dass der unter dem Namen Reimmichl berühmt gewordene Sebastian Rieger in seinem Volksboten, dem „Bötl", schon seit 1897 eine ganz Tirol umfassende Bauernorganisation angeregt hatte. Sogar in einem seiner Romane, dem „Bauernkönig", warb er für diese Idee.

Das war die Linie der Christlichsozialen. Sie entschlossen sich – an ihrer Spitze Schoepfer und Schraffl – in Sterzing einen Bauerntag abzuhalten. Die Konservativen versuchten alles, dies zu verhindern und die bischöfliche Kurie in Brixen verbot sogar eine Feldmesse zu diesem Anlass. Die Konservativen verweigerten jegliche Teilnahme, womit sie den Christlichsozialen das Feld überließen. Dennoch: Der Bauerntag kam zustande.

Am Samstag, dem 4. Juni 1904, versammelten sich im Sterzinger Gasthof zur Rose etwa 400 bis 500 Delegierte von Gemeinden, Bauernvereinen und Genossenschaften, um die Vorbereitungen für den Bauerntag und die Gründung eines „Allgemeinen Tiroler Bauernbundes" zu treffen. Am nächsten Tag, am Sonntag, dem 5. Juni, strömten von allen Seiten die Bauern Tirols herbei. Sie kamen teils mit der Eisenbahn, teils zu Fuß und viele von ihnen hatten vorher noch eine Wallfahrt nach Maria Trens unternommen. Es waren 7000 Bauern aus dem ganzen Land, eine gewaltige Kundgebung, die auch auf Außenstehende einen großen Eindruck machte Hatten es beispielsweise die Sozialdemokraten nicht schwer, größere Arbeitermassen in den Städten zusammenzutrommeln, so hatten die Bauern, die nach Sterzing kamen, Mühen, Opfer, weite Anreise und Kosten aus eigener Tasche nicht gescheut.

Der Garten des Gasthofes zur Rose war übervoll, als um elf Uhr Josef Schraffl die Versammlung eröffnete und einen Vergleich mit dem Aufbruch der Bauernschaft im Jahre 1809 zog. Eine beachtliche Reihe von Rednern erläuterte den Sinn eines Zusammenschlusses der Bauern, unter ihnen Vertreter aus Niederösterreich, vor allem aber aus den einzelnen Bezirken Tirols. Besonders stürmischen Beifall fand Reimmichl, der den Anwesenden zurief: Haltet zusammen, vertraut auf den Herrgott, bleibt dem Bauernstand treu. „Unser Land ruht auf dem Bauernstand; es steht und fällt mit ihm. Wenn es dem Bauern in Tirol gut geht, geht es auch dem Lande gut; wer dem Bauernstand aufhilft, hilft auch dem ganzen Lande auf." Nach siebenstündiger Dauer stimmte die Versammlung der Gründung des Tiroler Bauernbundes zu. Schaffl sollte die Vorarbeiten für die rechtliche Konstituierung des Bundes leisten.

Der spätere Bauernbundobmann und Landeshauptmann Eduard Wallnöfer schrieb 1964 in der „Tiroler Bauernzeitung" u. a.: „In Dankbarkeit verneige ich mich vor den Initiatoren, Begründern und weiteren führenden Persönlichkeiten des Tiroler Bauernbundes. Sie wollten im Jahr 1904 die Fundamente für ein christliches Tiroler Volk vertiefen und zum Teil erneuern. Sie wollten durch den Zusammenschluss der Bauern ihre soziale Besserstellung erzwingen. Ein maßgeblicher Punkt im Forderungsprogramm waren die geheimen und allgemeinen Wahlen, der Ausbau des Schulwesens und die Gleichberechtigung zum Besuch aller Schulen. Schließlich wollten sie am Gründungstag eine machtvolle Interessenvertretung schaffen und so dafür sorgen, dass der Entsiedlung der Bergdörfer Einhalt geboten und das Los des Bauernvolkes ein besseres werde. Die Zielsetzung war also eine umfassende, eine hohe, eine ideale."

Nach der Genehmigung der Statutenentwürfe – einen für einen unpolitischen Verein, ein zweiter für einen politischen Verein – durch die Statthalterei, fand am 11. Dezember 1904 im Innsbrucker Löwenhaustheater die offizielle Gründungsversammlung statt, an der etwa 2500 Bauern teilnahmen. Die Versammlung entschied sich für den Bauernbund als politischen Verein und nahm die Satzungen einstimmig an. In die Bundesleitung wurden Josef Schraffl als Obmann, sowie Anton Winkler aus Aufhofen, Josef Hölzl aus Untermais, Hartmann Arnold aus Volders und Josef Siegele aus Arzl bei Imst gewählt. Nach dieser Versammlung konnte die Bundesleitung bereits 8000 eingeschriebene Mitglieder vermelden.

Eine Schlussbemerkung wie nebenbei: Das Brixner Ordinariat hatte den Priestern jede Mitarbeit im Bauernbund verboten. (Das Verbot wurde freilich ein par Jahre später aufgehoben.) Doch Reimmichl ließ es sich nicht nehmen, an der Gründungsversammlung im Löwenhaus teilzunehmen – wenn auch heimlich, unerkannt und im Dunkel der letzten Reihe.


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