11.01.2018

Tirols Sägeindustrie könnte mehr Holz aus heimischen Wäldern verarbeiten und wünscht sich mehr Kontinuität in der Rohstoffversorgung. Die Waldbesitzer drängen auf stabilere und bessere Preise.
Ein erster Schritt wurde kurz vor Weihnachten bei einem Treffen mit Vertretern von Waldbesitzern, Sägeindustrie, Forsttechnik- und Transportunternehmen sowie Landesforstdienst gesetzt. „Unser Ziel ist ein Aktionsprogramm zur Holzmobilisierung. Für die Waldbesitzer soll dies höchstmögliche Preise und gesicherte Abnahme insbesondere bei stärkerem Schadholzanfall, für die Sägeindustrie möglichst kontinuierliche Rohstoffversorgung bringen. Eine Möglichkeit sind Jahresverträge mit stabilen Preisen zwischen Waldbesitzern und Sägeindustrie“, erläutert Geisler. Das Land Tirol werde jedenfalls sämtliche Bemühungen über den Landesforstdienst unterstützen. „Schützen und nützen“, lautet das Credo von Landesforstdirektor Josef Fuchs. Allerdings so, dass alle Funktionen des Waldes nachhaltig gesichert und keine Gebiete aus der Nutzung genommen werden.

Wirtschaftsfaktor Wald
Die rund 150 Betriebe der Tiroler Holzindustrie schneiden pro Jahr rund 2,5 Millionen Kubikmeter Holz ein und erzielen damit einen Produktionswert von ca. einer Milliarde Euro. Der Holzeinschlag in Tirol liegt derzeit bei rund 1,2 Millionen Kubikmetern oder 70 Prozent des nachhaltig nutzbaren Holzpotenzials. Zwischen 750.000 und einer Million Kubikmeter sind Sägerundholz. Der Produktionswert der Forstwirtschaft liegt bei 140 Millionen Euro, ein Großteil davon wird mit Industrienadelholz erzielt. In Summe bietet die Holz- und Forstwirtschaft in Tirol rund 33.000 Personen Arbeit und Einkommen.
Tirols Sägeindustrie kämpft beim heimischen Holz mit der unregelmäßigen Anlieferung. „Wir würden uns im ersten und zweiten Quartal mehr Kontinuität wünschen“, so der Obmann der Fachgruppe Holzindustrie, Helmut Troger. 2017 wurden lediglich 14 Prozent der gesamten Holzmenge aus Tirol in den ersten drei Monaten des Jahres angeliefert. Mit Ausnahme des August, wenn vor allem die großen Abnehmer in Italien Werksferien haben, hat die Sägeindustrie einen konstanten Absatz. Doch gerade in den Sommermonaten kommt am meisten heimisches Holz.

Ansatzpunkt Gemeinschaftswälder
Die Waldarbeit wird in Tirol vielfach dann gemacht, wenn gerade Zeit ist oder Geld gebraucht wird, weiß der Obmann des Waldbesitzerverbandes, Rudolf Köll. Neben einem fairen und seriösen Holzpreis brauche es vor allem bei den Agrargemeinschaften und Teilwäldern öffentliche Unterstützung. Die Bürgermeister bzw. Substanzverwalter müssten die Waldbewirtschaftung in die Hand nehmen und den Wald verstärkt als Wirtschaftsbetrieb sehen.
Einig ist man sich unter den Fachleuten, dass eine Steigerung des Holzeinschlags vor allem bei den Agrargemeinschaften möglich ist. Hier könne es auch am ehesten gelingen, das Lieferprofil zu verbessern. Die Privatwaldbesitzer, vor allem jene, die mit der Land- und Forstwirtschaft nichts mehr zu tun haben, zu motivieren, sei sehr schwierig. Durch organisierte Gemeinschaftsnutzungen könnte aber auch hier noch mehr Holz mobilisiert werden. „Sowohl der Landesforstdienst und die Waldaufseher, aber auch der Waldbesitzerverband sind hier in der Bewusstseinsbildung, Beratung und Organisation massiv gefordert“, weiß LHStv. Josef Geisler. Ein Signal der Sägeindustrie wären stabile Preise und Jahresverträge mit den Waldbesitzern.
Mit dem ersten Treffen der Interessenvertreter aus Forstwirtschaft und Sägeindustrie wurde der Startschuss für ein Aktionsprogramm Holzmobilisierung gegeben. „Tiroler Holz in guter Qualität trotz der begrenzenden Faktoren Natur, Freizeit, Tourismus und Jagd möglichst ganzjährig verfügbar zu machen und so die Wertschöpfung im Land zu erhöhen, ist das gemeinsame Ziel. Daran müssen wir in den nächsten Monaten konsequent weiterarbeiten“, fasst Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler zusammen.

Foto: LHStv. Josef Geisler: „Ziel ist es, Tiroler Holz in guter Qualität ganzjährig verfügbar zu machen und die Wertschöpfung im Land zu erhöhen.“


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