09.11.2017

Die Wogen gingen hoch, als Bundesminister Andrä Rupprechter und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vergangene Woche die Übersiedelung des Bundesumweltamtes von Wien nach Klosterneuburg unterzeichneten. Während sich sehr viele Menschen in ganz Österreich über die Umsetzung freuten, gab es auch einige Stimmen des Widerstandes.
Ein Großteil der Proteststimmen kommen dabei aus dem rot-grünen Lager in Wien. Mehr noch: Der Umzug wird als Beweis dafür herangezogen, dass Schwarz-Blau die Bundeshauptstadt aushungern wolle. „Das passt perfekt zu dem Schreckensszenario, das angesichts der auf Bundesebene angelaufenen Regierungsverhandlungen von ÖVP und FPÖ gezeichnet wird“, meint dazu Forum-Land-Landesobmann NR Hermann Gahr. Er setzt sich mit Forum Land seit Jahren für die Stärkung der ländlichen Regionen ein. „Es darf nicht tabu sein, dass solche Dienststellen der Republik, die von allen Steuerzahlern in Österreich bezahlt werden, auch außerhalb der Bundeshauptstadt ihren Sitz haben. Von 68 Bundesstellen sind es in Österreich vorerst ohnehin nur vier“, weiß Gahr. Für den erfahrenen Politiker nimmt in dieser Debatte die Verwaltung eine besondere Vorbildfunktion ein. „Wenn wir der Abwanderung von gut ausgebildeten Menschen nachhaltig entgegenwirken wollen, dann müssen Maßnahmen gesetzt werden, die tatsächlich greifen, und deswegen bin ich froh um die Initiative von BM Andrä Rupprechter.“ Und Gahr ergänzt: „In den Bereichen Entbürokratisierung, Digitalisierung und Dezentralisierung muss rasch und effektiv gehandelt werden. Wir werden uns auch auf Landesebene mit Forum Land dafür einsetzen, dass unsere Regionen und Gemeinden auch weiterhin lebenswert und zukunftsfit bleiben.“

Abwanderung gezielt eindämmen
Der ländliche Raum verliert laut österreichischer Erwerbsstatistik jährlich über 5.000 gut ausgebildete Personen an den Großraum Wien. Das entspricht in den nächsten 10 Jahren einem Brain-Drift von über 50.000 Menschen. Diese fehlen natürlich in den Bundesländern. „Dieser Entwicklung müssen und wollen wir entgegenwirken und als Vorbild voran gehen. Meine Zielsetzung ist es in den nächsten 10 Jahren 10 Prozent der Bundesbehörden in die Regionen zu verlegen. Das sind ca. 3.500 Dienstposten“, erklärt Rupprechter.

Pensionierung von 55.000 Beamten als Chance
„Es ist verständlich, dass sich langjährige Mitarbeiter im Bundesumweltamt gut eingelebt haben und wohlfühlen. Jedoch darf man bei der Debatte, die hier geführt wird, nicht übersehen, dass der durchschnittliche Dorfbewohner in Österreich täglich bis zu mehrere Stunden pendeln muss, um zur Arbeitsstelle zu kommen. Wir sprechen bei dem derzeitigen Wirbel um einige Minuten Fahrzeit mit bester Anbindung an den Wiener Stadtverkehr“, gibt Gahr Einblicke in die Realität.
Bundesminister Rupprechter ist sich der großen Sensibilität des Themas bewusst. „Dezentralisierung findet nicht am Papier statt. Es geht um Menschen und deren Lebensumstände. Deshalb muss jeder Schritt mit Behutsamkeit und in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern geplant und umgesetzt werden“, so der Bundesminister. „Die nächsten Jahre bieten eine einmalige Chance, das Vorhaben umzusetzen. Bis ins Jahr 2024 werden 55.000 Personen oder rund 42 Prozent des Personals in der öffentlichen Verwaltung in Pension gehen. Das ermöglicht es, neue Mitarbeiter verstärkt in den Regionen aufzunehmen.“

Acht-Punkte-Plan für Dezentralisierung
In einer vom BMLFUW in Auftrag gegebenen Studie hat sich das Institut für Föderalismus mit den Effekten der Dezentralisierung auseinandergesetzt und Handlungsempfehlungen für die Dezentralisierung entwickelt.
Studienautor Univ.-Prof. Peter Bußjäger empfiehlt einen Acht-Punkte-Plan der Behördendezentralisierung:

- Herstellung eines politischen Konsens
- Festlegung einer Zielmarke
- Erhebung der Kontakte aller Bundesdienststellen
- Erstellen eines mittelfristigen Dezentralisierungskonzeptes
- Verwaltung einbinden
- Pilotprojekte durchführen
- Neue Einrichtungen in der Planung dezentral ansiedeln
- Durchführung der Dezentralisierung nach faktischen Verhältnissen

BMLFUW geht mit gutem Beispiel voran
Bundesminister Rupprechter möchte in seinem Ressort mit gutem Beispiel vorangehen. Erst im Vorjahr wurde das Bundesamt für Wasserwirtschaft in Mondsee angesiedelt. Aktuell bereitet das BMLFUW die Verlagerung der Gebietsbauleitungen Niederösterreich/Wien/Burgenland der Wildbach- und Lawinenverbauung in enger Abstimmung mit der Personalvertretung nach Niederösterreich vor.
Eine Verlagerung der Bundesanstalt  für Bergbauernfragen von Wien in die Alpen nach Tirol, wo es thematisch besser angesiedelt ist, ist ebenfalls geplant.
„Es gibt noch viele andere Beispiele aus anderen Ministerien und Einrichtungen. Hier braucht es eine Gesamtstrategie der Bundesregierung, die im Masterplan für den Ländlichen Raum als Teil des Regierungsprogramms verankert werden soll“, schließt Rupprechter.

Foto: Unterzeichneten die Übersiedlung des Bundesumweltamtes von Wien nach Klosterneuburg (v. l.): BM Andrä Rupprechter, LH Johanna Mikl-Leitner und Bgm. Stefan Schmuckenschlager.


Aktuelle Termine

Sprechtag Rechtsberatung
Mittwoch, 22. November 2017
BLK Imst

Details

Versteigerung
Mittwoch, 22. November 2017
Rotholz

Details


Tiroler Bauernkalender 2018 – jetzt bestellen!

Der Tiroler Bauernkalender 2018 ist druckfrisch bei uns eingelangt. Das beliebte Geschenk kann ab sofort unter 0512/59900-25 oder unter kaiser@tiroler-bauernzeitung.at bestellt werden. Kosten 10 Euro.


Tirol braucht seine Bauern!

Was wäre Tirol ohne Bauern?

Finden Sie mehr Infos zur Kampagne und zu den beliebten Tiroler Bauern Produkten in unserem Online-Shop.

mehr


Hundekottafeln bestellen!

Die Hundekotproblematik ist ein ernst zu nehmendes Thema und betrifft viele Bauern in unserem Land. Wir setzen auf Aufklärung und bieten deswegen unsere Hundekottafeln zum Verkauf an. Infos, Bestellungen etc. unter tbb@tiroler-bauernbund.at oder Tel. 0512/59900-12

Infos, Preise, etc.

Unsere Adresse


Tiroler Bauernbund
Brixner Straße 1
A-6020 Innsbruck
Tirol - Österreich
Telefon +43 512 59900-12
Fax +43 512 59900-31

Email

Bauernbund Wetterservice


Insgesamt 165.000 Anrufe verzeichneten wir im Zeitraum April-Oktober 2017. Ab April 2018 wird unsere Wetterhotline wieder geöffnet.

aktuelles Wetter

Wozu Tiroler Bauernbund?


In unserem Imagefilm und der Infobroschüre erfahren Sie mehr über Ursprung, Aufgaben, Ziele und die Bedeutung des Tiroler Bauernbundes.

Video

Broschüre

Volltextsuche


Die einfache Suche nach Personen, Orten, Dingen und Terminen!

Tiroler Bauernbund