02.11.2017

In seinen Grußworten betonte LHStv. Josef Geisler den enormen Stellenwert der Tagung, die dieses Jahr in Tirol stattfand: „In allen österreichischen Bundesländern – mit Ausnahme Wiens – gehört die Neuordnung von Grundstücken im ländlichen Raum zu einer wesentlichen Aufgabe der Agrarbehörden. Mit Hilfe von Zusammenlegungs- und Flurbereinigungsverfahren wird versucht, optimale Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Nutzung von Grundstücken zu schaffen“, erklärte Geisler. „Wir haben hier in Tirol bereits einige Beispiele, über die es sich lohnt, ausgiebig zu diskutieren.“
Gerade im Zusammenhang der immer häufiger werdenden Naturgefahren sei deswegen der Erfahrungsaustausch, über die Bundesländergrenzen hinweg, essenziell. Als Beispiel nannte Geisler das große Hochwasserschutzprojekt im Tiroler Unterland: „Starkregen, Vermurungen und Hochwasser nehmen zu, um die Bevölkerung zu schützen, können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, sondern müssen einen genauen Blick auf die Dinge richten. Dazu braucht es Fachexperten, wie sie heute hier versammelt sind, um effektive Maßnahmen setzen zu können“, bedankte sich Geisler bei den Anwesenden für die Organisation der Fachtagung.
„Wir wollen uns beim Thema Naturgefahren keinesfalls zu einer Konkurrenz der bestehenden Facheinrichtungen, wie z. B. der Wildbach- und Lawinenverbauung hervortun, sondern wir sehen hier eine sinnvolle Ergänzung durch entscheidende Agrarverfahren. Um diesen Erfahrungsaustausch lebendig zu halten organisieren die agrartechnischen Abteilungen der Agrarbehörden alle zwei Jahre abwechselnd in jeweils einem Bundesland die Fachtagung „Ländliche Neuordnung“, klärte DI Alois Popeller auf.

Von der Raumplanung bis zum Bergwald
Inhaltlich spannte sich der Bogen am ersten Tag vom Bodenverbrauch über die Raumplanung bis zur Bergwaldbewirtschaftung, außerdem wurden an Hand von praktischen Beispielen (z.B. Hochwasserschutz in der Gemeinde Weißbach bei Lofer, Salzburg) die Anwendungsmöglichkeiten des landwirtschaftlichen Flächenmanagements für den aktiven Hochwasserschutz erörtert.
Der Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, zeigte in seinem Eingangsreferat auf, dass in Österreich durch Baumaßnahmen täglich Flächen im Ausmaß von ca 15 Hektar – das entspricht beinahe der Fläche eines durchschnittlichen Bauernhofes - versiegelt wird. Diese Flächen fehlen nach ihrer Versiegelung als Wasserspeicher, auch aus diesem Grund nehmen Überschwemmungs- und Hochwasserschäden dramatisch zu. Bei einem Fortschreiten dieser Entwicklung wird es in 200 Jahren in Österreich kaum mehr Agrarflächen geben.
Sandra Corbeck von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung präsentierte die Initiative boden:ständig aus Bayern: Mit dieser Initiative werden unter Einbindung von Grundeigentümern und Gemeinden neue Wege zum Boden- und Gewässerschutz entwickelt. Zahlreiche Projekte für den Hochwasserschutz der landwirtschaftlichen Flur befinden sich in Bayern in Umsetzung und könnten auch für Österreich Vorbildwirkung entfalten.
DI Gebhard Walter, Leiter der Sektion Wildbach- und Lawinenverbauung in Tirol, hat über die bisherige Zusammenarbeit zwischen WLV und Bodenordnung berichtet und die positiven Steuerungsmöglichkeiten im Sinne der Landwirtschaft im Zuge von gemeinsamen Projekten bekräftigt.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes am Inn. Mit Univ.Prof. Helmut Habersack (Univ. f. Bodenkultur) und Markus Federspiel (Leiter der Abt. Wasserwirtschaft, Land Tirol) haben zwei Experten die Hochwassersituation am Inn und die geplanten Schutzmaßnahmen im Unterinntal erläutert. Die Retentionsmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen im Unterinntal spielten in diesen Ausführungen eine zentrale Rolle.
Anschließend hat Univ.Prof. Günter Blöschl (Technische Universität Wien) seine Studie über die Möglichkeiten der Alpinen Retention von Hochwässern – also die Rückhaltung in den Seitentälern – präsentiert. Dabei wurde den Tagungsteilnehmern deutlich vor Augen geführt, dass die Rückhaltung in den Seitentälern auf Grund lokaler Niederschlagsereignisse nur eine sehr begrenzte Auswirkung auf den Hochwasserschutz im Inntal haben kann.

Rolle der Bodenordnung
Zum Abschluss der Tagung hat Anton Fuchs (Fachbereichsleiter in der Abt. Bodenordnung, Land Tirol) die Rolle der Bodenordnung bei der Planung von Schutzmaßnahmen erläutert. „Bei der Planung von Schutzmaßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen kann die frühzeitige Einbindung der Grundeigentümer und der agrartechnischen Fachstellen (inklusive Landeskulturfonds und Landwirtschaftskammer) entscheidend für den Projekterfolg sein“, schildert Fuchs, der die Tagung in Innsbruck organisiert hat. „Bei jeder Planung auf landwirtschaftlichen Flächen müssen agrartechnische Grundsätze wie z.B. der schonende Umgang mit Böden, die eventuelle Beschaffung von Ersatzflächen und die Beweissicherung unbedingt berücksichtigt werden“, schildert Fuchs konkrete Handlungsmaßnahmen, die mitbedacht werden müssen. Abschließend freute sich Fuchs über eine gelungene Tagung: „Dank der fachlich hervorragenden Referenten hat die Tagung viele wertvolle Erkenntnisse für die Tagungsteilnehmer gebracht.“
Die nächste Fachtagung „Ländliche Neuordnung“ wird 2019 in Oberösterreich stattfinden.

Foto: LHStv. Josef Geisler (M.) mit Organisator DI Anton Fuchs, Hofrat DI Popeller und Nikolaus Juen, Abt. Bodenordnung.


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