11.09.2017

Während das Jungvieh den Sommer auf der Alm verbringt, leben die 14 Milchkühe auch in den heißen Tagen am Hof. „Einem Bauern geht es nur dann gut, wenn es auch seinen Tieren gut geht. In der Tierzucht, Milch- und Fleischprodukten hängen Erfolg und Misserfolg ganz stark vom Wohlergehen und Gesundheitszustand der Tiere ab“, erklärt Bezirksbauernobmann LAbg. Martin Mayerl. Und tatsächlich erklärt Altbauer Alois Stotter, dass seine Fleckviehkühe und zwei Pinzgauer-Rinder (weil ihm die immer schon so gut gefallen haben), ihm derzeit einen Stalldurchschnitt von 8500 kg bescheren. „Untertags verbringen die Kühe im Stall –es wäre in den Sommermonaten auf den Feldern zu heiß und die Insekten würden die Kühe plagen– doch am Abend, nach der Melkzeit, treibt er seine Kühe auf das Feld, damit sie genügend Auslauf und Bewegung haben“, so der Osttiroler Bergbauer. Auch ein bewegter Körper und ausgeprägte Muskulatur seien wesentlich für eine leistungsbereite gesunde Kuh. Während Alois und sein Sohn Christoph uns über die geplanten Aus- und Umbaupläne am Hof berichten, liegen die 14 Kühe entspannt auf ihrem Platz beim Wiederkauen und genießen den feinen Luftzug im wohltemperierten Stall. Die Atmosphäre ist ruhig und entspannt. Die Kühe fühlen sich sichtlich wohl.

Klima und Topographie mitdenken
„Wir haben im EU-Vergleich einen überdurchschnittlichen Anteil an Betrieben im Berggebiet. Hier ist es allein aufgrund der topographischen und klimatischen Gegebenheiten notwendig, die Tiere in Ställe zu halten, um sie besonders in der kalten Jahreszeit vor Kälte, Wind und Schnee zu schützen“, erklärt NR Hermann Gahr die Besonderheit der kleinstrukturierten Tiroler Berglandwirtschaft. „Unsere Bauern haben durchschnittlich 10 Kühe im Stall, jede Kuh hat selbstverständlich einen Namen und ist fast schon ein Mitglied der Familie, das wird jedes Tiroler Bauernkind bestätigen. Mir persönlich schaudert es, wenn auf einmal Zurufer von außen dieses Juwel an Tierwohl schlechtreden und abschaffen wollen“, so Gahr weiter. „Wer behauptet, dass in einem ausländischen Tausend-Kuh-Laufstallbetrieb, wo das Kalb auf Asphalt geboren wird und die Hochleistungskuh nach wenigen Lebensjahren auf Asphalt verstirbt und ihr Leben lang nur von Robotern und Maschinen versorgt wurde tierfreundlicher ist, als die Halteformen unserer Tiroler Bergbauernfamilien, dann ärgert mich das ungemein“, findet Gahr klare Worte. Damit beschreibt der engagierte Tiroler Nationalrat, Tendenzen wonach nur Kühe in Laufställen artgerecht gehalten werden.

Gahr und Mayerl setzen sich auf Landes- und Bundesebene seit längerem für den Schutz der Tierhalteformen in Tirol ein. Kürzlich wurde dies auch in der Novelle des Tierschutzgesetzes festgelegt. Für die beiden ist eines klar: werden traditionelle Haltungsweisen zurückgedrängt, so ist die flächendeckende Bewirtschaftung unseres Landes massiv gefährdet. „Unsere Bäuerinnen und Bauern stehen für eine artgerechte Tierhaltung, der entsprechen sowohl die Haltung im Laufstall, als auch die Anbindehaltung, begleitet von einer Weide- und Almhaltung in den wärmeren Monaten“, meint Martin Mayerl, der selbst Bauer in Osttirol ist. „Ich kenne keinen Bauern, der nicht versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten einen möglichst hohen Standard an Tierwohl zu gewährleisten. Jungübernehmer versuchen die Standards der Tierhaltung in Kombination mit unterschiedlichsten Auslaufmöglichkeiten stets weiterzuentwickeln und auszubauen.“ Und weiter meint Mayerl: „Deswegen ist es uns wichtig, diese Formen der kombinierten Tierhaltung mehr in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken, ehe es von jenen schlechtgeredet wird, die eigentlich gar nichts mit der Landwirtschaft zu tun bzw. keinen Bezug zu Nutztieren haben.“

Abschließend fügt Gahr hinzu: „Es wird für unsere Bauern zukünftig noch wichtiger werden, die eigene Stalltür zu öffnen und den Menschen Einblick in das Geschehen am Hof zu geben. Viele Menschen –auch im ländlichen Raum– brauchen Nachhilfe wenn es darum geht, Landwirtschaft zu verstehen.“

Bild: Zu Besuch am Tschitscherhof der Familie Stotter. Altbauer Alois Stotter und Jungbauer Christoph Stotter im Gespräch mit LAbg. BBO Martin Mayerl und NR Hermann Gahr.


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