11.05.2017

 

Ich rede da aber nicht nur von gemeinsamen Infrastrukturprojekten. Ich glaube, dass eine große Chance in der Bündelung von Know-How besteht. Gerade in Kleingemeinden sind die wenigen Angestellten oftmals am Plafond angelangt“, schildert der Tiroler VP-Nationalratsabgeordnete und Forum-Land-Obmann Hermann Gahr. Als Beispiel nennt er Anfragen in den Bereichen Baurecht oder in der Finanzverwaltung. „Diese Bereiche können auch überörtlich geregelt werden, ohne dass für die Bürger Nachteile entstehen. In Vorarlberg haben sich viele Gemeinden freiwillig zu Baurechtsverwaltungen zusammengeschlossen. In diesen Büros arbeiten Bautechniker und Juristen gemeinsam die oft fordernden Baurechtsakte ab. Die Qualität für die Bauwerber steigt und die Gemeinden nutzen die Bündelung des Wissens aus“, so Gahr. Ähnliche Schritte sind ja auch bereits in den Gemeinden Schönberg und Mieders umgesetzt. „Auch dort soll das Angebot gebündelt werden. Die räumliche Nähe ist dabei von Vorteil“, so Gahr. Sollten sich Gemeinden aber für eine Fusion entschließen, glaubt Gahr an das Angebot des Landes. „Natürlich soll ein freiwilliger Zusammenschluss auch unterstützt werden“, lobt Hermann Gahr die Initiative von Landesrat Mag. Johannes Tratter.


Die richtige Gemeindegröße


Auf die Frage, wo die richtige Gemeindegröße liegt, hat der Tiroler Nationalrat eine Antwort: „Die effektivste Verwaltung funktioniert interessanterweise nicht zwingend in größeren Gemeinden. Studien in der Schweiz und Österreich belegen, dass es bei zunehmender Einwohnerzahl zunächst hohe Einsparungspotenziale gibt. Durch zusätzliche Verwaltungsebenen verschwinden diese Potentiale bei großen Gemeinden wiederum. Demnach sind bei idealen Voraussetzungen Gemeinden um die 5.000 Einwohner am effizientesten zu führen.“ Ob Kooperation oder Fusion, für NR Hermann Gahr ist eines klar: „Die Gemeinden haben ihre Entscheidungen selbst in der Hand.“
Gemeinsam mit Georg Keuschnig vom Institut für Föderalismus und der GemNova fand bereits im Winter des vergangenen Jahres eine hochkarätige Forum-Land-Diskussionsrunde in Innsbruck statt. „Um die Interessen aller zu berücksichtigen, braucht es viele und oftmals moderierte und begleitete Gespräche. Da gibt es gute Angebote in unserem Land“, meint Gahr weiter. „Wir werden auch mit Forum Land unsere Gemeinden in dieser Frage weiterhin begleiten. Das ist uns ein Anliegen.“


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