16.03.2017

 

Die Veranstaltung wurde vom Obmann des Tiergesundheitsdienstes, LK-Präsident Ing.Josef Hechenberger, eröffnet. Neben einem transparenten und nachvollziehbaren Medikamenteneinsatz sei die fachliche Aus- und Weiterbildung der Bauernfamilien im TGD sehr wichtig, so der Präsident. Deshalb freute es ihn besonders, dass beim diesjährigen Tiergesundheitstag wieder verschiedene Experten referierten und ein breites Themenspektrum abdeckten.


Als erstes Thema stand die wirkungsvolle Reinigung und Desinfektion von Stallungen am Programm. Dr. Regina Zodtl von der Firma Desintec referierte über die Wichtigkeit einer gründlichen Vorreinigung, Eiweiß- und Kältefehler von verschiedenen Reinigungs- und Desinfektionsmitteln und auch über notwendige Schutzmaßnahmen bei deren Anwendung. Es muss die Wirksamkeit der verwendeten Desinfektionsmitteln beachtet werden, da diese nicht immer das gesamte Erregerspektrum abdecken. Vor allem Parasiten wie Kryptosporidien oder Kokzidien – beide verursachen Kälberdurchfälle – sind nur mit speziellen Desinfektionsmitteln zu bekämpfen.


Brunsterkennung mit moderner Technik


Dr. Markus Netzer, Amtstierarzt und Landwirt aus Vorarlberg, gestaltete einen äußerst interessanten und humorvollen Vortrag zum Thema Brunst. Durch die stetig steigende Milchleistung zeigen die Kühe eine verkürzte Brunstdauer und in Kombination mit mangelnder Brunstbeobachtung wird die Brunst auch häufig als solche nicht wahrgenommen. 60 Prozent der Kühe zeigen ihre Brunstsymptome in der Nacht und somit wird das Erkennen der Brunst noch schwieriger. In größeren Betrieben werden bereits moderne Brunsterkennungssysteme eingesetzt. Die moderne Technik macht es möglich, dass Landwirte mittels einer SMS-Mitteilung über eine möglichen Brunst einer Kuh informiert werden. Diese Systeme erfassen die Bewegungsaktivitäten der Tiere (Hals oder Fuß), teilweise auch das Wiederkauverhalten. Jede Brunst ist mit Verhaltensänderung verbunden, d. h. in der Hauptbrunst nimmt die Bewegungsaktivität zu und gleichzeitigt die Wiederkautätigkeit ab, so der Experte.
In der Pause gab es die Möglichkeit, die anwesende Industrieausstellung zu besuchen.


Individuelle Lösungen für Frischluft im Stall


Einen äußerst innovativen Beitrag zum Thema „Frischluft im Stall“ hörte man von Dipl.-.Ing. Jakob Neumayr aus Salzburg. Der studierte Physiker plant mit seiner Firma betriebsindividuelle Lösungen für den Luftaustausch im Stall. Die Frischluft wird mit einem Ventilator angesaugt und über Schläuche, die an den Decken montiert werden, im Stall verteilt. Damit die Tiere ausreichend und ohne Zugluft mit Frischluft versorgt werden, werden diese Schläuche mit entsprechend dimensionierten Öffnungen versehen.


Den Abschluss am Vormittag machte ein junger Landwirt, Andreas Riedel aus Steinach am Brenner. In Form eines Impulsreferates schilderte er eindrucksvoll und professionell, welche Maßnahmen am elterlichen Betrieb getroffen werden, um die Eutergesundheit ständig zu verbessern. Dabei spielen eine konsequente Melkhygiene, Kennzeichnung behandelter oder euterkranker Tiere, eine laufende Überprüfung der Melktechnik, konsequente Liegenboxenpflege und die ständige Überprüfung von Risikokühen (Tiere mit mehr als 100 000 Zellen/ml) durch bakteriologische Milchuntersuchung eine große Rolle. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Betreuungstierarzt werden Behandlungen von euterkranken, therapiewürdigen Tieren abgesprochen.


Tiergerechte Haltung bewegt viele Menschen


Nach der Mittagspause  stand das Thema „Die Gesellschaft und die Landwirtschaft im Wandel der Zeit“ am Programm. Dazu wurde Mag. Christian Dürnberger vom Messerli-Institut der Vemed-Uni Wien eingeladen. Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Nutztierhaltung lassen den Schluss zu, dass eine tiergerechte Haltung gegenwärtig vielen Menschen ein bedeutsames Anliegen ist Die Debatten über Nutztierhaltung werden gegenwärtig anders geführt als noch vor einigen Jahrzenten. Es gibt eine kleine Anzahl an Menschen, die durchaus bereit sind, finanziell ein „Mehr“ zu leisten, sofern bestimmte, für sie zentrale Werte in der Nutztierhaltung realisiert werden.


Die Fütterung der trockenstehenden Kuh stellte den letzten Themenblock, der vom Fütterungsreferenten der steirischen Landwirtschaftskammer, Dipl.-Ing. Karl Wurm, vorgetragen wurde. Es ging vor allem darum, die Rationen an die veränderten Bedürfnisse der Trockensteher anzupassen, um Probleme in der Anfangsphase der Laktation zu vermeiden. Nachgeburtsverhaltung, Milchfieber, Ketose oder Gebärmutterentzündungen sind in den meisten Fällen auf Fütterungsfehler in der Trockenstehzeit zurückzuführen. Hohe Kaluimwerte in Grundfuttermitteln sind vor allem in intensiv gedüngte Flächen zu finden und können bei der Verfütterung in der Trockenstehzeit zu Milchfieber-Problemen führen.

Referate im Internet


Alle Referate mit den gesamten Details sind erstmalig im Internet verfügbar. Die gesamte Veranstaltung wurde heuer in Bild und Ton aufgezeichnet und kann von interessierten Landwirten oder Tierärzten angesehen werden. Sie finden die notwendigen Informationen auf der Homepage des Tiroler Tiergesundheitsdienstes unter www.t-tgd.at. Sie können auf diese Art und Weise jedes einzelne Referat in Ruhe am Computer anschauen. Auch TGD-Stunden können erworben werden. Dafür muss man einen Test absolvieren und bei Bestehen des Testes erhalten sie drei TGD-Stunden für den Online-Besuch dieser Veranstaltung.


Wir möchten uns abschließend bei den Austellern, bei der Tirol Milch als Hauptsponsor und den Tiroler Rinderzuchtverbänden für deren Unterstützung ganz herzlich bedanken!

Dr. Christian Mader
Dipl.-Ing. Johann Thurner


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